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Neue Sichtschutzwände gegen Gaffer

Sie filmen statt zu helfen und stehen den Rettungskräften im Weg: Gaffer. Weil sie zunehmend zum Problem werden, hat Bayerns Innenminister Herrmann nun ein Pilotprojekt vorgestellt:

Neue Sichtschutzwände gegen Gaffer

Bei Unfällen gibt es immer wieder Probleme mit Gaffern – wie zuletzt beim schweren Busunglück auf der A9 bei Münchberg. Mit ihren Aktionen behindern die Schaulustigen nicht nur den Verkehr, indem sie zusätzliche Staus auslösen oder durch Abbremsen neue Unfälle verursachen. Sie stören auch oft die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit oder blockieren Rettungswege. Zudem verletzen sie so auch die Persönlichkeitsrechte der gefilmten und fotografierten Opfer.

Aber jetzt wird etwas dagegen getan:
Nach härteren Strafen und Medienkampagnen versucht es Bayerns Verkehrsminister Herrmann nun mit einer weiteren Maßnahme: In Fischbach bei Nürnberg hat er heute spezielle Sichtschutzwände für ein Pilotprojekt vorgestellt. Die mehr als zwei Meter hohen, zweieinhalb Meter breiten und bis zu 100 Meter langen mobilen Wände sollen bei schweren Unfällen aufgebaut werden. Die Unfallstelle soll so vor neugierigen Blicken geschützt werden. Sie werden ab sofort auf der A6 bei Herrieden im Kreis Ansbach und auf der A9 bei Münchberg im Kreis Hof getestet.

Die Anwendung könnte sich allerdings teilweise als schwierig erweisen. Denn gerade in der ersten Phase eines schweren Unfalls auf der Autobahn ist das Risiko von Folgeunfällen durch Gaffer besonders hoch. Doch gerade dann stehen oft noch keine Schutzwände, denn die Retter müssen sich natürlich zunächst einmal um Verletzte und die Absicherung der Unfallstelle kümmern. Doch gerade bei längeren Einsätzen und Bergungsarbeiten ist der Sichtschutz überaus sinnvoll.

Übrigens: Wer gafft, dem droht eine Geldstrafe bis zu 1.000 Euro. Wer Unfälle gar fotografiert beziehungsweise filmt, kann sogar für zwei Jahre ins Gefängnis kommen. Denn Gaffen kann den Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr oder der Verletzung von Persönlichkeitsrechten erfüllen.

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