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Schlüsseldienst-Abzocke: Tipps vom Experten

Immer öfter fallen bei uns in der Region Menschen auf Schlüsseldienstbetrüger rein. Teilweise verlangen die Betrüger über 1.000 Euro für eine geöffnete Tür. Damit euch das nicht passiert, hat Schlossermeister Günter Dolezel die wichtigsten Infos für euch hier zusammengefasst.

Schlüsseldienst-Abzocke: Tipps vom Experten

Günter Dolezel: Präventive Maßnahmen sind sehr wichtig. Bei den Begrifflichkeiten wird grundsätzlich unterschieden zwischen Schlüsseldienst, Schlüsselnotdienst und Aufsperrdienst. Schlüsseldienste haben ein Ladengeschäft und sind bei der HWK oder IHK gemeldet. Einige der Schlüsseldienste machen auch Schlüsselnotdiensttätigkeiten.

Allerdings darf man den eingetragenen Betrieben der HWK, IHK, Innungen und "Fachverbänden" auch nicht blind vertrauen. Bereits bei der Eintragung werden die Angaben nicht ausführlich geprüft. Und auch nach der Eintragung werden die Angaben nicht ausführlich kontrolliert. Ein Gewerbeschein belegt nicht, dass die Person für die Notdiensttätigkeiten berechtigt ist.

Bevor der Notfall eintritt, sollte man sich einen seriösen Schlüsseldienst suchen. Am besten zu der Firma fahren, sich beraten lassen und alles besprechen - Notöffnungspreise, zu welchen Zeiten die erreichbar sind, Notfallnummer geben lassen. Einige Schlüsseldienste arbeiten mit seriösen Kollegen zusammen, die 24-Stunden-Service machen.

Preislich wird unterschieden in zugefallene, zugezogene Türe (z.B. wenn Schlüssel steckt).

Abgerechnet wird bei den seriösen Diensten in Pauschalen, in denen alles enthalten und somit ein Festpreis ist. Zu den Geschäftszeiten sind Pauschalen von 80€ bis 140€ üblich. Außerhalb der Öffnungszeiten können Zuschläge von 50% bis 100% auf die Pauschale fällig werden.

Wenn der Notfall wegen eines defekten Zylinders oder Einsteckschlosses eintritt, wird nach Aufwand abgerechnet. Deshalb auch die Preise für den Stundenlohn und die An-Abfahrtskosten geben lassen. Ebenfalls die Richtpreise für Material wie Schließzylinder, Einsteckschloss, Türbeschlag geben lassen.

Am besten wäre es, wenn einige Schlüssel bei Vertrauenspersonen hinterlegt werden.

Wenn der Notfall nachts eintritt, ist es oft besser in ein Hotel zu gehen und am nächsten Tag entsprechendes in die Wege zu leiten. Auf keinen Fall in Panik, Hektik verfallen. Wenn eine Zwangslage vorliegt, wie Kind, pflegebedürftige Person, der Ofen an ist oder eine sonstige akute Gefahrensituation, dann kann man auch die 110 (Polizei) oder 112 (Feuerwehr) anrufen.

Wenn man doch vor Ort mit dem Handy oder vom Nachbarn aus „googlet“, der Person, die am Telefon ist, mitteilen, ob die Türe zugezogen, zugefallen ist. Seriöse Firmen fragen, was das Problem ist, was passiert ist und nennen dann einen Pauschalfestpreis. Dieser Preis würde sich nur ändern, wenn die Situation anders ist als geschildert und würde die weitere Vorgehensweise mit dem Kunden klären und den Preis dafür.

Lassen Sie sich den genauen Preis nennen und fragen Sie nach, was in dem Preis alles enthalten ist und ob dies ein Festpreis ist. Fragen Sie auch nach dem Stundenlohn, An- Abfahrtskosten, die Namen der Mitarbeiter und wo der Firmensitz ist. Schreiben Sie alles genau auf, auch die Nummer, wo Sie angerufen haben. Wenn einem die Firma suspekt vorkommt, dann rufen Sie andere Firmen an, um Vergleiche zu bekommen.

Wenn der oder die Monteure kommen, dann lassen Sie sich die Personalausweise, Pässe zeigen, notieren die Daten oder fotografieren diese mit dem Handy. Schreiben Sie auch das Kennzeichen des Fahrzeuges auf, mit dem sie gekommen sind. Grundsätzlich sind Bilder immer gut. Dann weisen Sie auf den vereinbarten Festpreis hin. Die Abzocker lassen vor Arbeitsbeginn eine vorgefertigte Auftragsbestätigung, Rechnung unterschreiben. Diese hat meistens ca. 14 Positionen und wird erst nach Ihrer Unterschrift ausgefüllt. Lesen Sie unbedingt den sehr kleingedruckten Text über den beiden zu leistenden Unterschriften genau durch und streichen die Passagen, die Ihrer Meinung nach nicht stimmen.

Unterschreiben Sie immer mit dem Zusatz „unter Vorbehalt“ und schreiben Sie auch den vereinbarten Festpreis auf das Formular. Auf dem Formular ist meistens eine Adresse aus dem Ruhrpott (NRW) wie Essen aufgeführt. Teilen Sie den Monteuren mit, dass Sie diese Adresse nicht anerkennen, da Sie eine Ortsnummer angerufen haben.

Verlangen Sie die konkrete Adresse von der Nummer, die Sie angerufen haben. Falls die Monteure auf einen Vermittlungsdienst hinweisen, dann akzeptieren Sie diesen nicht als ihren Vertragspartner und vermerken Sie dies auch auf der Rechnung.

Lassen Sie sich nicht nötigen, mehr zu unterschreiben und zu zahlen.

Wenn Sie sich genötigt, bedroht, betrogen fühlen, eine Sachbeschädigung vorliegt oder Ihnen die Höhe der Rechnung sittenwidrig vorkommt, dann rufen Sie sofort die Polizei.

Optimal wäre, wenn Sie so viel wie möglich Zeugen oder Helfer (Freunde, Bekannte, Nachbarn) haben, die bei der Öffnung mit anwesend sind.

Verweigern Sie freundlich aber bestimmt die Zahlung, wenn die Preisvereinbarung nicht stimmt und die Kosten nicht nachvollziehbar sind.

Wenn trotzdem Schäden verursacht werden, bezahlen Sie das Material auf keinen Fall sofort.

Das Material wird immens teuer berechnet, z.B. für einen Zylinder der 10€ im Einkauf kostet, werden Preise von 500€ bis 1.500€ berechnet.

Sollten Sie bezahlt haben, dann erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, wie bereits beschrieben. Lassen Sie sich von der Polizei nicht abweisen und bestehen auf die Anzeige.

 

Nachstehend die Erläuterungen, Erklärungen der Formulare:

Auf den vorgedruckten Formularen sind die Positionen „Fallspezifischen Einsatzwert“, An-Abfahrt Pauschale und diverse Zuschläge aufgeführt. Lassen Sie sich den Einsatzwert erklären was darin enthalten ist. Oft wird die von den Monteuren als Notdienstzulage, Bereitstellungskosten für 24-Stunden-Notdienst, Provision für den Vermittlungsdienst etc. bezeichnet und der Zeitaufwand für die tatsächliche Öffnung wird extra berechnet. Dies wird am Telefon nicht mitgeteilt. Ebenso nicht, dass man mit einer Vermittlungsstelle telefoniert.

Dann werden Positionen aufgeführt:

1. Bohren -  Knacken – Ziehen – Fräsen – Flexen …. Kosten sind nicht berechtigt

2. Mehrarbeitszeit in AE je angefangene ¼ Stunde …. Kosten sind nicht berechtigt

3. Profilzylinder je ____mm (inkl. 3 Schlüssel) …. Berechnung in mm ist nicht berechtigt

Berechnet wird Grundlänge 60mm+je 10mm Verlängerung je Seite  - Richtwert 20€+8€.

4. Sicherheitsrosette, Sicherheitsbeschlag, Einsteckschloss, Rohrrahmenschloss …. kann nur nach tatsächlich notwendigem Aufwand berechnet werden – Richtwerte 20€ bis 80€.

5. Sonstiges und eine große Spalte Bericht. In diese Spalte wird meist eingetragen – Material auf Wunsch des Kunden eingebaut, Zylinder oder Schloss war defekt – kein Verschulden des Kunden etc..

Dann ist in ganz klein gedruckt ein „Abnahmeprotokoll“, wo alle 3 Punkte angekreuzt werden. Diese sind:

- wurde die Arbeit ohne Mängel abgenommen/oben stehende Artikel wurden auf Wunsch verbaut

- Die Rechnung wird in Preis und Inhalt akzeptiert und die Positionen wurden Verständlich erklärt

- Die Zahlung werde ich sofort ohne Abzüge vornehmen, habe keine Beanstandung der Arbeit und Funktion

 

Neben diesem „Abnahmeprotokoll“ steht zusätzlich folgendes:

Ich bin berechtigt, die von mir in Auftrag gegebene Arbeiten ausführen zu lassen. Der gesamte Rechnungsbetrag ist in bar oder per EC-Karte wie vereinbart, sofort vor Ort und ohne Abzug von mir zu entrichten. Auf die Möglichkeiten geringfügiger Beschädigungen wurde ich hingewiesen und ich akzeptiere, dass für die Öffnungsschäden in Folge geringfügiger Fahrlässigkeit die Haftung ausgeschlossen ist. Aufgeführte Rechnungspositionen gelten als fest vereinbart und hiermit durch meine Unterschrift anerkannt. Ich befinde mich nicht in einer Notsituation und hatte die Möglichkeit andere Dienstleister zu kontaktieren und deren Preis zu erfragen. Die Regelungen wurden gelesen und bestätigt.

Diese beiden Unterschriften müssen Sie leisten bevor gearbeitet wird! Weigern Sie sich!!!

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